Angst ist ein schlechter Ratgeber…

… genauso wenig wie Tollkühnheit, Feigheit und Mutlosigkeit.

Angst
Angst

Ich gebe zu, ein Fan der diversen Podcasts von Gabor Steingart zu sein und bewundere seinen Journalismus ebenso wie sein Unternehmertum. Viele seiner Podcasts drehen sich derzeit – wen wundert’s – um das Thema Corona / COVID-19 / SARS-CoV-2, wobei mir nicht ganz klar ist, warum man sich noch nicht einmal medienübergreifend auf eine einheitliche Bezeichnung einigen konnte. In Steingarts Sonderserie “Der achte Tag – Deutschland neu entdecken” äussern sich, neben ein paar – pardon – schwer erträglichen Schlauschwätzern, ausgesprochen kluge Köpfe dazu, ihre Meinung zu äussern.

Besonders gefallen haben mir jüngst die Beiträge von Heiner Koch, Düsseldorfer (!) und Erzbischof von Berlin. Er macht Mut, predigt Tapferkeit und eine / seine sympathische Art der Menschlichkeit (an der sich m.E. Kirchengrößen rheinaufwärts ein Beispiel nehmen sollten). Genauso passend und angemessen fand ich die Worte von Heribert Prantl, Journalist, Jurist und Autor. Prantl machte deutlich, wie sehr wir derzeit in Gefahr sind, sprichwörtlich das Kind mit dem Bade auszuschütten, d.h. zur möglichst 100%igen Corona-Gefahr-Abwendung – die sowieso nicht möglich ist – gleich alle mühsam erkämpften Freiheitsrechte über Bord zu werfen. Und wenn dann Corona vorbei ist, bleiben uns die jüngst installierten Überwachungsinstrumente und Freiheitsbeschneidungen – es passt den Regierenden nur zu gut – und niemand meckert oder geht dagegen auf die Straße. Überwachung-Apps, kurzsche Schlüsselanhänger ( in Österreich), Strafandrohungen und -durchsetzungen – mir graut’s.

Analytisch betrachtet sehe ich derzeit vier Menschentypen und ihre Verhaltensweisen: a) die ängstlich Zurückgezogenen, b) den alt-bekannt-oberlehrer-deutschen Blockwart, c) die “jetzt-erst-recht” Dummköpfe mit der immer noch kreisender Bierflasche und – zum Glück auch noch – d) die Besonnenen, die Mutmacher, die Vorausschauenden und kritisch Abwägenden. Ich wünschte mir und uns, zur Gruppe d) zu gehören und insbesondere die Blockwarte und Dummköpfe zu überleben. Nicht nur körperlich zu überleben, sondern für unser Gemeinwesen zu überstehen. Persönlich halte ich viele der derzeit erlebbaren Sonderbarkeiten darüber hinaus für viel gefährlicher als das Gesundheitsrisiko Covid-19. Wenn das bleibt, was uns die Politik – vielfach und vielfältig orchestriert von “den Medien” – derzeit zumuten, dann fange selbst ich an, Angst zu bekommen. Daher: wehret schon jetzt den Anfängen, haltet Liberalität – trotz vieler oftmals absonderlicher Liberaler in Deutschland – Bürgersinn und Bürgerrechte für das was sie sind: unverzichtbar und wichtiger als das falsche Versprechen einer tatsächlich nicht zu erreichenden Sicherheit für unsere Gesundheit.

Ach ja, bei aller Angst vor Corona, beachten sie Bemerkenswertes: Die in den Medien kaum thematisierte Grippewelle des Winters 2017/2018 kostete allein in Deutschland mehr als 25.000 Menschenleben – bei aktuell (heute, 18:30 Uhr) 1.479 Corona-Toten. Damals hat wohl eher der mir sympathische und kluge Max von Pettenkofer die Regie geführt als der Quarantäne-verliebte Robert Koch. Damals gab es weniger Blockwarte und weniger Dummköpfe und wohl auch weniger Zurückgezogene … es ging einfach vorbei und kostete uns nicht vielstellige Milliardenbeträge mit den noch zu erwartenden Opfern dieser Corona-Hysterie.

…meint Ihr Peter Klesse am 5. April 2020, dem Sonntag vor Ostern